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Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube, Carsten Knop, Berthold Kohler
Kaum zu glauben: Aber da kommt gleich leckerer Espresso raus. Bild: Hersteller
Von wegen outdoor: Picopresso ist eigentlich für den Einsatz auf der Wanderung oder Radtour gedacht. Aber diese mobile Espressomaschine eignet sich auch bestens für zu Hause und kann sogar manche Siebträgermaschine ersetzen.
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W enn die meisten Menschen mit ihrem Geländewagen in der Innenstadt unterwegs sind, können wir auch diese Espressomaschine für Outdoor-Baristas von Wacaco drinnen testen. Ein Wanderurlaub steht nicht an, der tägliche Espresso aber schon. Sollte die Picopresso einen guten Espresso machen, wäre sie mit einem Preis von 150 Euro günstiger als Siebträgermaschinen für Einsteiger. Sie lässt sich zudem in der Küchenschublade verstauen und in der Tasche überall mit hinnehmen.
Der Clou an solchen Espressomaschinen ist, dass sie ohne Strom funktionieren. Die Idee ist, dass Kaffeefreunde auf Wanderungen oder Radtouren nicht auf ihren Espresso verzichten müssen. Lediglich heißes Wasser, Kaffeemehl und ein Produkt wie Picopresso brauchen sie für ihr geliebtes Getränk. Ähnliche Konzepte gibt es von anderen Herstellern, Wacaco selbst hat auch noch andere Modelle im Angebot. Picopresso sei die „professionellste portable Espressomaschine“.
In der mit Strom versorgten Büroküche mahlt eine günstige Mühle von Tchibo die Bohnen, der Wasserkocher erhitzt das Wasser. Auf der Wanderung wäre eine Handmühle von Comandante unser Favorit. Für heißes Wasser gibt es ausreichend Gerätschaften, mit einem Gaskocher etwa sind achtzig Milliliter flott erhitzt. Der Indoor-Einsatz hat einen Vorteil: Eine Haushaltswaage wiegt die 16 bis 18 Gramm Bohnen für einen Bezug. Für unterwegs sollte man sich kleine Bohnenpakete abwiegen. Oder man verzichtet auf die volle Aromavielfalt und malt den Kaffee vor der Reise.
Es herrscht erst einmal Ratlosigkeit. Als wir die Picopresso Stück für Stück auseinanderbauen, liegen elf Einzelteile auf der Arbeitsplatte. Ohne die etwas klein geratene Anleitung ginge nichts. Wohin mit dem Sieb? Kommt der Deckel mit Loch darauf oder darunter? Und wozu ist dieser Ring gut? Also folgten wir stoisch den 23 Erklärbildchen. Nicht alle sind auf Anhieb zu verstehen. Raten hilft, der Vergleich mit einer Siebträgermaschine ebenso. Es geht los wie mit einer Cafetiere oder einer Siebträgermaschine. Das Sieb wird mit dem Kaffeemehl gefüllt und mit dem beiliegenden Tamper festgedrückt.
Was bei anderen Espressomaschinen nun vorhanden ist, baut man erst zusammen. Der Auslauf unterhalb des Siebes ist ein Deckel mit Loch in der Mitte. Auf das gepresste Mehl kommt die Dusche, in der zusätzlich ein Silikondeckel sitzt. Der Unterbau wird zugedreht. Durch diesen Teil muss die Maschine das heiße Wasser, das oben eingefüllt wird, mit ordentlich Druck pressen, damit Espresso in der Tasse landet. Diesen Part übernimmt bei einer Cafetiere der Dampf, der durch das kochende Wasser entsteht. Eine Siebträgermaschine nutzt die Hilfe einer elektrischen Pumpe. Auch Picopresso hat eine Pumpe. Sie funktioniert wie eine Minifahrradpumpe. Man hält das Gehäuse am besten mit der linken und rechten Hand, beide Daumen liegen auf dem Stutzen.
Nun pumpen! Acht Stöße und zehn Sekunden warten. Bis dahin tut sich noch nichts über der Tasse. Wieder pumpen! Nach drei, vier Stößen kommt das Rinnsal zum Vorschein, das so schön aussieht wie mit der Siebträgermaschine. Gemächlich läuft der Espresso. Mit dem richtigen Rhythmus läuft er sogar ohne Unterbrechung, also nicht in Intervallen, sondern mit kontinuierlicher Fließgeschwindigkeit. Wie üblich sollte man sich an das Brühverhältnis von 1:2 halten. Da das Sieb siebzehn Gramm gemahlene Bohnen enthält, stoppen wir bei etwa 34 Millilitern. Das Mehl hat im Vergleich zur Siebträgermaschine etwas länger Kontakt mit dem heißen Wasser. Nach der vorgeschriebenen Pause brauchte die Picopresso weitere neun Sekunden langes Pumpen, bis die ersten Tropfen kamen, was sich als Pre-Infusion interpretieren lässt. Nach mehr als 30 Sekunden endete die Extraktion.
So ein überzeugendes Ergebnis hätten wir nicht erwartet. Der Espresso aus der Picopresso steht dem aus einer einfachen Siebträgermaschine in nichts nach. Eine schöne Crema bedeckt die schwarze Flüssigkeit, die eine angenehme Trinktemperatur hat. Er schmeckt vollmundig und ausgewogen. Tests mit verschiedenen Bohnen zeigten, dass das Maschinchen hell gerösteten Bohnen ein klein wenig die Säure nimmt, was uns gefällt. Für diesen Effekt spricht die längere Kontaktzeit des Mehls mit dem Wasser: Der Anteil der früh gelösten fruchtigen Aromen nimmt ab. Dunkel, also italienisch gerösteten Bohnen nimmt Picopresso den bitteren, mitunter teerigen Geschmack, was solche Röstungen erst trinkbar macht. Dafür haben wir keine Erklärung. Eigentlich müssten die bitteren Aromen wegen der längeren Kontaktzeit hervorgehoben werden.
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Der Ausflug mit der Picopresso im Rucksack steht noch aus. Aber es ist schon absehbar, dass – je nach Müdigkeitsgrad und Umgebung – ein Espresso eine aufwendige Aktion werden könnte. Für Bohnen mahlen, Kocher auspacken, Wasser heiß machen, Picopresso auseinander-, zusammen-, auseinander- und wieder zusammenbauen, um die Einzelteile zu spülen, braucht man viel Geduld, wenn man mit dem Rucksack unterwegs ist. Da eignet sich ein Campingplatz mit Tisch schon eher. Aber warum nicht lieber drinnen als draußen? Die Picopresso könnte unsere günstige Espressomaschine des Vertrauens fürs Büro werden.
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Mobile Espressomaschine Picopresso im Test
Mobile Pumpstation für den Espresso
Von wegen outdoor: Picopresso ist eigentlich für den Einsatz auf der Wanderung oder Radtour gedacht. Aber diese mobile Espressomaschine eignet sich auch bestens für zu Hause und kann sogar manche Siebträgermaschine ersetzen.
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